Birgit Dewerth und Ute Strathaus folgen Otto Brand nach

Nach dem plötzlichen und unerwarteten Tod von Otto Brand, Ortsvorsteher von Lipperode und Mitglied des Stadtrates, stehen nun seine Nachfolgerinnen fest: Birgit Dewerth ist die neue Ortsvorsteherin von Lipperode, Ute Strathaus ist neues Ratsmitglied.

Birgit Dewerth ist wie Otto Brand eine Lipperoderin und Sozialdemokratin durch und durch. Die 53-Jährige ist bereits im letzten Jahr zur Nachfolgerin von Otto Brand designiert worden. Otto wollte sie nun überall als seine Nachfolgerin einführen. Dazu ist es durch seinen plötzlichen und unerwarteten Tod nicht mehr gekommen, sondern sie wurde buchstäblich ins kalte Wasser geworfen.
Dabei ist Birgit eher durch Zufall zu diesem besonderen Engagement gekommen: Sie hatte schon vor über einem Jahr mitbekommen, dass Otto eine*n Nachfolger*in suchte und dass das gar nicht so einfach wäre. „Dann mache ich das“, war ihre spontane Reaktion. Nach vielen Gesprächen mit Otto, der als 70-Jähriger bei der Kommunalwahl im September nicht mehr antreten wollte, und mit weiteren Funktionsträgern war es dann fix und nun vertritt sie die besonderen Interessen der Lipperoder Gemeinschaft innerhalb Lippstadts. Birgit möchte die erfolgreiche Arbeit von Otto fortführen und im Sinne der Lipperoder Bürger weiterentwickeln.
In ihrer Freizeit ist Birgit leidenschaftliche Bergwanderin und künstlerisch kreativ. Sie weiß also, um die große Bedeutung von Kunst und Kultur für ein gutes Zusammenleben. „Damit können wir fachkundige Verstärkung in der Kulturpolitik bekommen,“ hofft Dr. Yasmine Freigang, unsere kulturpolitische Sprecherin der Fraktion. Nach Birgits Worten liegt Ihr Opportunismus fern. Sie freut sich auf Ihre Aufgabe und die ehrliche Zusammenarbeit in der Lippstädter SPD. Birgit orientiert sich in Ihrer Aufgabe an den Worten von Marie Curie „… mich interessiert, was getan werden muss!

 

Ute Strathaus ist in der Lippstädter SPD schon länger bekannt, denn sie ist seit vier Jahren stellvertretende Vorsitzende des Stadtverbandes und außerdem als 1. Kassiererin Mitglied des Vorstands des Ortsvereins in der Lippstädter Kernstadt. Nun nimmt sie den Platz von Otto Brand in der Fraktion und im Stadtrat ein.
Ihr Einzug in den Stadtrat ist auch etwas Besonderes: Zum ersten Mal in der Geschichte der Lippstädter Sozialdemokratie sind Vater und Tochter im Stadtrat vertreten – Udo Strathaus ist bereits seit 2001 Mitglied. Beide kandidieren bei der Kommunalwahl im Herbst.
Die 51-Jährige ist studierte Diplom-Betriebswirtin und widmete Ihre Diplomarbeit dem Thema Tourismus in Lippstadt. Sie engagiert sich seit Jahren in diesem Bereich und versucht mit Vorträgen das Tourismus-Bewusstsein in Lippstadt zu wecken. „Mir liegt die wirtschaftliche Situation Lippstadts sehr am Herzen und ich möchte mit meinem Engagement im Bereich Tourismus dazu beitragen, diese zu verbessern. Wichtig ist für mich in diesem Zusammenhang auch, dass die kulturellen Angebote und Freizeitattraktionen in Lippstadt attraktiv bleiben und weiter ausgebaut werden“, fasst Ute Strathaus die für sie wichtigsten Themen zusammen.

Die offizielle Amtseinführung der beiden Frauen muss allerdings nachgeholt werden, denn von dem Versammlungsverbot wegen Covid 19 sind auch alle Politikerinnen und Politiker betroffen.

Gesamtfraktion trifft Kulturrat

Die Gesamtfraktion der Lippstädter SPD traf sich jetzt mit dem Lippstädter Kulturrat. Dabei stellten Daniela Daus und Dagmar Liebscher, die erste und zweite Vorsitzende, den Kulturrat Lippstadt e. V.  vor. Dieser hat sich im Herbst 2015 gegründet – als ein Ergebnis der seit 2013 in der Stadt laufenden Kulturentwicklungsplanung. Der Verein versteht sich als unabhängiger Zusammenschluss von Künstlern, Kulturschaffenden und allen Bürgerinnen und Bürgern, denen Kunst und Kultur am Herzen liegen.

Über 20 Genossinnen und Genossen tauschten sich über viele verschiedene Aspekte der heimischen Kulturlandschaft aus. Dabei wurde zum Beispiel deutlich, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft ein großer Teil der hiesigen Wirtschaft ist, was weithin unbekannt und den Entscheidern in dieser Stadt nicht bewusst sei. Auch liege es nicht nur an den Kulturschaffenden, sondern maßgeblich auch uns Politikern, das Kulturpolitsche Leitbild unserer Stadt mit Leben zu füllen.

Besonders großen Raum nahmen die beiden Themenfelder Kulturmanager und Stadtmuseum ein.   Darum entspann sich eine rege Diskussion. Die Stelle für einen Kulturmanager zu schaffen, ist ein großes Ziel der Fraktion. Der Antrag wurde bereits im April 2019 in den Schul- und Kulturausschuss eingebracht und wird im Stellenplan für das kommende Jahr beantragt. Dagmar Liebscher warb dafür, diese Position so zu gestalten, dass sie mit einer ernst zu nehmende Person besetzt werden kann. Josef Niehaus wies darauf hin, dass diese Strukturfrage, vor allem im Zusammenhang mit dem Handlungsfeld Tourismus und der KWL, eine besondere Machtfrage sei. Daniela Daus warb für die Idee eines Stadtmuseums in der alten „Lampenbude“, den ursprünglichen Hella-Gebäuden in der Hospitalstraße. Damit schloss sie an Prof. Dr. Michael Göring an, den Vorsitzenden des Vorstands der Zeit-Stiftung in Hamburg. Der Lippstädter hatte bei der großen Veranstaltung des Kulturrats im Februar 2018 in der Jakobikirche ein leidenschaftliches Plädoyer für den Erhalt der „Lampenbude“ und Gestaltung als Industriemuseum der Stadt gehalten. Der Kulturrat empfiehlt, den Gestaltungsbeirat in den Fragen zum Stadtmuseum stärker einzubinden, da dessen Mitglieder hohe fachliche Kompetenzen mitbrächten.