Monatshygiene – Notwendikeit oder Luxus?

Ca. sechs Tage, jeden Monat und für durchschnittlich 30 Jahre, so oft bluten Frauen. Ca. 16.800 Tampons und Binden benutzt jede Frau in ihrem Leben. Pro Packung Tampons mit durchschnittlich 40 Stück zahlt man ca. 3,00 €, das macht knapp 1.260,00€ im ganzen Leben, die für Monatshygiene ausgegeben werden. Noch nicht mit eingerechnet sind Kosten für Schmerzmittel oder krampflösende Medikamente, die die Periode erträglicher machen.

Anteil im Regelsatz

Im vergangenen Jahr waren durchschnittlich 1362 Frauen arbeitslos (Quelle Statistik der Stadt Lippstadt ohne Dezember). Für sie wird ein Anteil von 17,02€ im Monat für Gesundheitspflege im ALGII Satz berechnet, bei Jugendlichen bis 14 Jahren sind es 8,16€ und ab dem 15. Lebensjahr 11,00€, egal ob es sich um einen männlichen oder weiblichen Leistungsempfänger handelt.

Regel nach der Uhr? Wohl kaum!

Dabei kann man sich am Anfang seiner fruchtbaren Jahre als Frau nicht einfach einen Wecker stellen, wann die erste Periode, auch Menarche genannt, zum ersten Mal auftritt. Bis sich der Zyklus so richtig eingespielt hat und die Menstruation mit einer gewissen Regelmäßigkeit auftritt, dauert es eine Weile. Bis zum Klimakterium (Wechseljahre) kommt es unter anderem durch Hormonschwankungen, Schwangerschaften, Krankheiten und Verhütungsmethode ebenfalls zu Unregelmäßigkeiten.

Was tun, wenn´s läuft?

Was also tun, wenn man keine Hygieneartikel mit in der Schule hat, sich schämt jemanden zu fragen oder einfach kein Geld hat, um sich diese notwendigen Dinge kaufen zu können? Da bleibt jungen Frauen oft nur die Möglichkeit, der Schule fern zu bleiben.

Was tun, wenn man plötzlich beim Behördengang oder beim Shopping oder Schwimmengehen seine Periode bekommt? Da bleibt Frauen oft nur die Möglichkeit, das Recht auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben notgedrungen für einige Tage zu pausieren.

Ekel & Scham

Das Thema ist mit Scham und Ekel verbunden und dennoch das natürlichste auf der ganzen Welt. Sie alle sind nur auf der Welt, weil Frauen monatlich bluten. Doch weil das Thema mit Scham und Ekel verbunden ist und sich einige Frauen und junge Mädchen keine Hygieneartikel leisten können, kommt es zu Fehlzeiten in der Schule oder dem Nichteinhalten können von Terminen. Das führt zu Ungerechtigkeiten beim Zugang zu Bildung und Aktivitäten des alltäglichen Lebens

Unsere Forderung:

Wir beantragen die kostenlose Bereitstellung von Damenhygieneartikeln wie Tampons und Binden an weiterführenden Schulen sowie in städtischen Gebäuden und Einrichtungen.

Wir sind der Meinung, dass jedes Mädchen und jede Frau in den Bereichen, die wir als Stadt beeinflussen können, kostenlosen Zugang zu Binden und Tampons haben muss!

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SPD-Lippstadt

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