Austausch beim Frauenfrühstück der SPD

Anlässlich des 110. internationalen Frauentags am 08.März 2021 veranstaltete die SPD Lippstadt am Sonntag, 07. März 2021, ein Frauenfrühstück – in diesem Jahr unter besonderen Umständen digital. Das hielt 23 Frauen nicht davon ab, der Einladung zu folgen und sich in einer digitalen Konferenz auszutauschen.

Als Überraschung wurde den Teilnehmerinnen kurz vor der Videokonferenz eine kleine Begrüßungstüte Corona-konform vorbeigebracht. Wie es sich für ein Frauenfrühstück gehört, erhielten die Teilnehmerinnen ein Croissant, Marmelade, Schokolade und einen kleinen Sekt. Hier griffen die SPD- Frauen auf die Unterstützung einiger männlicher Genossen zurück, die die Begrüßungstüten im Stadtgebiet verteilt haben. So waren  unter den Kurierfahrern, neben Sandra Grüter, die später auch am virtuellen Austausch teilnahm, auch  Jens Behrens als Stadtverbandvorsitzender und Jonas Kayser , stellvertretender Jusovorsitzender in Lippstadt; für beide war klar, dass sie die Aktion der Genossinnen tatkräftig unterstützen wollten, auch sie sehen die Diskrepanzen, zwischen den Geschlechtern als besorgniserregend an. Hinter den Kulissen erhielten die Frauen technischen Support von Thomas Luerweg, der die Zoom- Konferenz im Hintergrund steuerte und Videos einspielte.

Unsere Gesellschaft besteht zur Hälfte aus Frauen und zur anderen Hälfte aus Männern. Leider ist der Weltfrauentag immer noch notwendig um auf die Ungleichbehandlung der Frauen in unserer Gesellschaft hinzuweisen. Es muss für uns alle ein Selbstverständnis sein, dass Frauen nicht nur die gleichen Rechte sondern auch die gleichen Chancen haben. Nur so ist Zukunft möglich!

Jens Behrens, Vositzender SPD Stadtverband Lippstadt

Begrüßt wurden die Gäste von Marlies Stotz und Marianne Schobert, die die Veranstaltung mit organisiert haben, beiden war es wichtig, Frauen ein Forum zu bieten, sich in Pandemiezeiten austauschen zu können. Denn eines ist in den vergangenen 12 Monaten, seit Beginn der Pandemie deutlich geworden: „Frauen halten den Laden am Laufen“ so Marlies Stotz. Sei es in der Betreuung der Kinder oder in der Care-Arbeit, viele systemrelevante Berufe werden zu einem Großteil von Frauen ausgeübt und Frauen müssen Familie und Beruf noch einmal ganz anders unter einen Hut bekommen. Marianne Schobert betont in Ihrer Begrüßung der Teilnehmerinnen, dass es ihr ein großes Anliegen war, das traditionelle Frühstück in diesem Jahr nicht ausfallen zu lassen. Als langjährige Gewerkschafterin weiß sie, dass die Vernetzung eine wichtige Säule im Kampf gegen Missstände darstellt und Frauen eine Stimme gegeben werden muss.

Hannelore Kraft, ehemalige Ministerpräsidentin von NRW, teilte via Videobotschaft mit, dass es wichtig ist, dass sich Frauen trotz weltweiter Pandemie zu einem Austausch treffen, ihrer Meinung nach verdeutlicht die Corona- Krise wie unter einem Brennglas, dass Frauen in alte Rollenmuster gedrängt werden, indem sie den weitaus größeren Teil der Erziehungs- und Pflegetätigkeiten übernehmen.  

Dabei ist es nicht nur die Doppelbelastung gegenüber Männern, die den Frauen zu schaffen macht, sondern auch die Meinung, Frauen könnten im Homeoffice gleichzeitig Homeschooling und Betreuung der Kinder  übernehmen. Denn Arbeit ist Arbeit, egal an welchem Schreibtisch man sitzt. Auch wenn nicht jede der Teilnehmerinnen von der Problematik betroffen ist, Kinderbetreuung und Homeoffice unter einen Hut bringen zu müssen, gab es weitere wichtige Hinweise zur Situation, pandemiebedingt den Arbeitsplatz nach Hause verlegen zu müssen. Ihnen fehle der persönliche Austausch mit Freunden, die Begegnungen im echten Leben und das Gefühl, den Anschluss durch Homeoffice zur Arbeit und den Kolleginnen und Kollegen zu verlieren. Auch existenzielle Sorgen spielen da eine große Rolle, wenn man von Kurzarbeit betroffen ist, oder der eigene Berufszweig in Zeiten der Pandemie komplett stillsteht.

Als Lösungsansatz sehen die Teilnehmerinnen unter anderem in einer stärkeren Vernetzung, nicht nur lokal sondern auch in Gewerkschaften, damit sich nicht in die „alten Rollenmuster“ zurück gedrängt werden und für ihre Bedürfnisse und Forderungen einstehen. Auch Hilfsangebote von Institutionen müssen bekannter gemacht werden, so berichtet Daniela Franken, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lippstadt über die neue Frauenberatungsstelle in Soest, die auch seit kurzer Zeit in Lippstadt Sprechstunden anbietet. „Viele Frauen wissen nicht, dass sich dieses Angebot auch an Frauen richtet, die nicht zwingend von häuslicher Gewalt betroffen sind, sondern generell Beratungsbedarf haben“, so Franken.

Die SPD- Frauen wollen nun in regelmäßigen Austausch mit den Frauen bleiben und weitere Lösungsansätze erarbeiten und weitere Themen ansprechen. „Vielleicht“, so Marlies Stotz in der abschließenden Zusammenfassung, „schaffen wir es, die Pandemie für Empowerment und bessere Rahmenbedingungen für Frauen zu nutzen, denn in jeder Krise liegen auch Chancen“. Die Vernetzung der Frauen soll weitergeführt werden, dabei soll es nicht bei den heutigen Teilnehmerinnen bleiben, eingeladen sind auch zukünftig alle Frauen, die sich anschließen und ihre Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen einfordern wollen.

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