Gut und Gerne in Lippstadt wohnen


Ein Vorschlag aus der Sozialdemokratie: In der nördlichen Kernstadt soll mit dem Baugebiet „Auf dem Rode“ flächensparendes, energiearmes und bezahlbares Wohnen ermöglicht werden. Für die SPD-Bürgermeisterkandidatin Sabine Pfeffer hat dieser von ihrer Partei entwickelte Ansatz Modellcharakter für die den künftigen Wohnungsbau in Lippstadt. Mit diesem Beitrag zum Wohnen in Lippstadt startete Sabine Pfeffer eine Artikelserie in „Lippstadt am Sonntag“, die am Sonntag, 28. Juni 2020, mit einem „LaS“-Beitrag zur Stadtgestaltung fortgesetzt wird.
Foto: Mathias Marx

Von Sabine Pfeffer für „Lippstadt am Sonntag“

In Lippstadt soll jeder den passenden Wohnraum finden können, bezahlbar und für jede Lebenssituation. Das ist mein wichtigstes Ziel im Bereich der Wohnungspolitik für unsere Stadt. Wir brauchen dafür mehr und vielfältigeren Wohnraum. Dafür möchte ich als Bürgermeisterin arbeiten.

Wohnungsbaugenossenschaften

Passender Wohnraum ist ein ganz grundlegendes Bedürfnis von uns Menschen. Leider ist die Situation in unserem Lippstadt heute noch nicht ideal. Auch bei uns sind die Kosten für Wohnraum in den letzten Jahren immer weiter gestiegen und das Angebot deckt nicht den Bedarf ab. Laut Wohnungsmarktbericht 2019 Sind die Angebotskaltmieten  spürbar gestiegen. Dies ist insbesondere ein Problem für Gruppen mit unterdurchschnittlichem Einkommen, insbesondere für gering verdienende Alleinerziehende oder ältere Bürger mit kleinen Renten. Für diese Menschen wird es zunehmend schwieriger, preiswerten Wohnraum zu finden. Es gilt also, verantwortungsvollen und maßvollen Geschosswohnungsbau zu forcieren,  wo immer es möglich ist. Durch die gute und zukunftsorientierte Arbeit der beiden Wohnungsbaugenossenschaften – Bau und Wohnungsgesellschaft Lippstadt (BWG) und Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Lippstadt GmbH (GWL) – gibt es schon ein gutes Angebot an sanierten, barrierefreien und energiesparendem Wohnraum. Hier wird es mein Bestreben sein, weiterhin in Zusammenarbeit mehr Wohnungsangebote zu realisieren. Auch im Bereich der geförderten Wohnungen muss in den nächsten Jahren mehr passieren. Es war auf Grund der Situation im Finanzmarkt seit 2015 ausschließlich die GWL, die 50 neue geförderte Wohnungen gebaut hat. Wenn bis 2023 viele der Sozialwohnungen aus der Bindungspflicht fallen, wird das Angebot hier immer dünner. Ich werde versuchen, hier in den nächsten Jahren dagegenzuhalten.

Lebensqualität

Gerade während der Corona-Pandemie waren die Menschen sehr angewiesen auf ihren Wohnraum, den sie wenig verlassen konnten. Das heißt für zukünftige ähnliche Szenarien, dass gerade Sozialwohnungen und günstige Mietwohnungen so ausgestattet sein müssen, dass sich die Menschen auch auf kleinem Raum wohl fühlen können. Ausrichtung der Wohnungen nach Süden oder Westen und auch ein, wenn auch kleiner Balkon, müssen zur Voraussetzung werden, damit die Lebensqualität auch für diese Gruppe der Bürger gewahrt bleibt, die über keinen eigenen Garten verfügen. Außerdem muss das Umfeld in den Wohnquartieren, gerade dort, wo es viele Mietwohnungen und Geschoßwohnungsbau gibt , besondere Freizeitansprüche bieten, kleine Parks, Spielflächen oder Sportgeräte sind nötig, um in direkter Nähe der Wohnung sich auch draußen wohl zu fühlen , und sich gerne im Quartier aufhalten zu wollen. 100 Wohneinheiten gibt es in Lippstadt im Moment für rund 3000 Studenten, das wird dem Bedarf auf keinen Fall gerecht und auch hier gilt es nach Lösungen zu suchen, da sicherlich in Zukunft nicht mehr so viele Studenten pendeln wollen.  Auch Projekte wie „Wohnen gegen Hilfe“ sollten für Lippstadt untersucht werden. Hier können Studenten umsonst bei älteren Menschen wohnen, sich aber gleichzeitig um Einkaufen oder Rasenmähen kümmern. In anderen Städten läuft dieses Konzept schon erfolgreich und bietet Hilfe für beide Seiten.

Wohnkonzepte

Wir haben  hier in Lippstadt das Konzept „Gutes Wohnen 2030“ beschlossen, diesen Weg werde ich beherzt weiter gehen. Wir brauchen geschätzt an die 2.000 neue Wohneinheiten bis 2030, planerisch ist dies möglich, aber wie kommen wir an Bauland? Hier sind wir leider nicht alleine Herr im Hause, sondern von vielen Partnern abhängig, ob es die Landwirtschaft, die Bezirksregierung oder der Naturschutz ist. Es gilt, gut abzuwägen und auch den neuen Flächennutzungsplan so aufzustellen, dass die Belange der Bürger in der Kernstadt, aber auch in den Ortsteilen ausreichend gewürdigt werden. Gerade die Beziehung zwischen Ortsteilen und der Kernstadt kann auch für neue Wohnkonzepte genutzt werden:  warum nicht einen alten Bauernhof, der nicht oder nur noch in Teilen genutzt wird, zu einer Wohngemeinschaft umnutzen? Einige große Gehöfte würden sich als Senioren WG oder Mehrgenerationenhof bestimmt anbieten. Außerdem gibt es oft ältere Menschen, denen ihr Haus zu groß und zu aufwendig in der Pflege wird. Dieses würden sie gerne gegen eine kleinere, pflegeleichtere Wohnung eintauschen, finden diese aber nicht. Gleichzeitig gibt es Familien, die aus der zu kleinen Wohnung in ein größeres Haus ziehen möchten. Hier gilt es eine Stelle zu schaffen, die Wohnraum quasi bedarfsgerecht zu vermitteln hilft. Diese könnte gut an die Verwaltung angedockt werden.

Brachflächen

Bauland für Familien, die sich den Traum vom Eigenheim erfüllen wollen, ist fünffach überzeichnet, hier müssen wir also alle Flächen, die sich bieten  umsetzen. Ich werde mich dafür einsetzen, vorrangig auch mehr Brachflächen zu bebauen und eine gezielte Ausweisung von Wohnungsbauflächen zu unterstützen, dort wo sie geeignet ist und es eine gute Infrastruktur gibt. Ich werde versuchen, mehr Flächen als Stadt selber zu kaufen und zu entwickeln, dann haben wir das Heft des Handelns in der Hand und nicht die Investoren. Es braucht aber auch neue Impulse für den  Wohnraum  in unserer Stadt:  Ein Beispiel dafür ist die Ausweisung einer speziellen Fläche in dem Baugebiet „Auf dem Rode“, welche auf Antrag der SPD von der GWL jetzt für eine besondere Bebauung ausgeschrieben wird. Hier soll der Fokus besonders auf flächensparendes, energiearmes aber auch bezahlbares Wohnen gelegt werden. So könnte auf weniger Raum, mehr Angebot an Eigenheimen geschaffen werden, die auch für den kleineren Geldbeutel zugänglich sind, aber gleichzeitig Klima- und ressourcenschonend Bauland entwickeln.

Sozialstruktur

Wohnen- Leben und Arbeiten soll sich ergänzen, eine lebendige Sozialstruktur muss etabliert werden und ökologische Standards, klimaschonende Energie – und Ressourcenpolitik neben neuen Mobilitätsangeboten will ich neu verknüpfen. Gerne würde ich hier in Zusammenarbeit mit der Hochschule, den Wohnungsbaugesellschaften, den Stadtwerken und natürlich den Bürgern  zukunfts- und enkeltaugliche neuen Wohnformen für unser  Lippstadt entwickeln. Innovative neue Quartiere, wie auf dem Hella Areal oder der südlichen Altstadt bieten sich an, neue Wohnformen, immer unter dem Aspekt Wohnen- Leben – Arbeiten zu entwickeln. Die Menschen brauchen nicht nur passenden Wohnraum für alle Lebenslagen, sondern auch ein Umfeld, in dem sie sich wohl fühlen, es braucht mehr Grün, mehr Aufenthaltsqualität in den Wohnvierteln. Damit wir auch übermorgen noch gerne in unserer Stadt leben werden.

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